Manchmal braucht es gar nicht viel, um Menschen zusammenzubringen. Eine Picknickdecke, ein sonniger Sommertag, ein paar Spiele und vor allem die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Genau das durften meine Vorgängerin Jana Kadlecová und ich am 21. Juni beim ersten bayerisch-böhmischen Picknick an der Grenze „Ahoj Sommer & Hallo Léto“ am Almberg erleben.
Schon am frühen Vormittag füllte sich der Platz am Skizentrum Mitterdorf mit Familien, Kindern und Naturfreunden aus Bayern und Tschechien. Es war schön zu beobachten, wie schnell aus zunächst vorsichtigen Blicken erste Gespräche wurden. Sprachbarrieren? Die waren spätestens nach den ersten Kennenlernspielen kaum noch zu spüren.
Besonders viel Freude bereitete unsere deutsch-tschechische Rallye. Mit Rätseln, Suchseln, Zungenbrechern und kleinen Sprachaufgaben konnten die Teilnehmer spielerisch die Sprache und Kultur ihrer Nachbarn entdecken. Auch bei den Outdoor-Spielen – vom Sackrennen über XXL-Tic-Tac-Toe bis hin zur großen Dame – wurde gemeinsam gelacht, angefeuert und einfach eine gute Zeit verbracht.
Das sonnige Wetter lockte zusätzlich viele Ausflügler auf den Almberg. Zahlreiche Familien, die mit der Sesselbahn oder der Flyline unterwegs waren, wurden neugierig auf unsere Veranstaltung. Viele blieben spontan stehen, informierten sich über das Projekt und machten gleich bei den Aktivitäten mit. Genau solche ungeplanten Begegnungen machen diese Veranstaltungen für mich so besonders.
Austausch und Begegnung trotz Wetterumschwung
Leider hatte das Wetter später andere Pläne. Kurz bevor wir unser gemeinsames Picknick beginnen wollten, zogen dunkle Wolken auf. Aus ein paar Regentropfen wurde innerhalb weniger Minuten ein heftiges Gewitter mit Starkregen. Aus Sicherheitsgründen mussten wir die Veranstaltung vorzeitig beenden, und sogar das gesamte Skizentrum wurde geschlossen.
Natürlich waren wir im ersten Moment enttäuscht. Doch rückblickend zeigt gerade dieser unerwartete Moment, worum es bei unserem Picknick eigentlich ging: um Gemeinschaft. Einige Familien ließen sich die gute Stimmung nämlich nicht nehmen. Gemeinsam fanden wir in einem Gasthof Schutz vor dem Regen, aßen zusammen zu Mittag, unterhielten uns weiter und lernten uns noch besser kennen. Aus einer wetterbedingten Planänderung wurde plötzlich ein gemütlicher und persönlicher Ausklang.
Für mich war das der schönste Beweis, dass unsere Idee funktioniert. Es geht nicht darum, dass alles perfekt nach Plan läuft. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen. Und genau das ist gelungen.
Besonders gefreut hat mich das große Interesse an unserer WhatsApp-Community „Grenzüberschreiter“. Viele Teilnehmer wollten wissen, wie sie auch nach dem Picknick in Kontakt bleiben und von weiteren deutsch-tschechischen Veranstaltungen erfahren können. Genau dafür haben wir die Community ins Leben gerufen: um Begegnungen nicht nur für einen Tag zu schaffen, sondern dauerhaft zu ermöglichen.
Das nächste Wiedersehen wartet schon
Freundschaften entstehen können, wenn man einfach miteinander ins Gespräch kommt. Und das war erst der Anfang.
Schon gegen Ende des Sommers planen wir das nächste bayerisch-böhmische Treffen – wieder an einem besonderen Ort im Grenzgebiet, wieder mit vielen Mitmachaktionen, Spielen und Gelegenheiten zum Kennenlernen.
Wer nicht so lange warten möchte, ist herzlich zum nächsten Böhmisch-Bayerischen Stammtisch am 18. Juli 2026 eingeladen. Gemeinsam geht es nach Freyung mit Stadtführung, dem Besuch der Landesausstellung „Musik in Bayern“ und anschließendem Stammtisch mit Live-Musik im Forest Kaffee.
Ich freue mich schon jetzt auf viele bekannte und neue Gesichter. Denn eines hat dieser Tag ganz deutlich gezeigt: Grenzen trennen nur auf der Landkarte. Begegnungen verbinden Menschen.