Neue Impulse für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit

Kategorie: Nördliches Niederbayern – západní Šumava

Ach du bist auch hier? Hier trifft man ja heute die ganze Welt!

BLOG Nr. 8

Die ganze deutsch-tschechische Welt traf sich am Dienstag, dem 28. Juni, im Garten der Deutschen Botschaft in Prag. Für viele von uns, die sich schon länger mit der Zusammenarbeit beider Länder befassen, war dieser Tag fast wie ein Familientreffen. Kaum war man durch die Pforte des Palais Lobkowitz spaziert, da begann schon ein endloser Marathon von Begegnungen, herzlichem Wiedersehen, Smalltalks, aber auch sehr intensiven und tiefsinnigen Gesprächen zu bilateralen Themen.

Im Laufe der Zeit ergaben sich auch für Ein Jahr an der Grenze etliche Themen, neue Kontakte und schließlich ein endloser Strom von Ideen und Gedanken, was man mit unserem Programm alles anstellen kann und wo sich für uns das größte Potenzial für grenzübergreifende Beziehungen verbirgt.

Auch für meine Region schwirrten in diesen paar Stunden zahlreiche Projekte und Ideen durch den Raum, mit denen ich im Rahmen von Ein Jahr an der Grenze weiterarbeiten kann: Ich habe Kontakt zu jungen Leuten bei Domažlice  – wäre das was für dich? Ich will ein Video zu historischen Begebenheiten entlang der Grenze drehen – willst du mir nicht dabei helfen? Ich plane ein grenzübergreifendes Treffen für Familien mit Kindern – fiele dir da ein Projektpartner ein? Was hältst du von einem Audio-Reiseführer durch den Oberpfälzer Wald? Oder ein internationales Festival an der Tanke bei Rozvadov – wie ließe sich das finanzieren?

Für viele von uns war der Tag der offenen Tür in der Deutschen Botschaft das erste Treffen dieser Größenordnung nach der Pandemie. Und trotzdem gab es genug, woran man anknüpfen oder besser gesagt: wo man weitermachen kann – verbindet uns doch die Sehnsucht, Menschen zusammenzubringen, zur Begegnung von Deutschen und Tschechen beizutragen und die Grenzen in unseren Köpfen abzubauen.

Veronika Widman

Immer wieder etwas Neues, ODER: wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht

BLOG Nr. 6

Silva Gabreta oder anders gesagt auch das geographische Gebiet, zu dem die Regionen Šumava und Bayerischer Wald gehören, ist jetzt mein Einsatzgebiet! Diesen Begriff hörte ich zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Er begegnete mir noch einmal – allerdings im literarischen Kontext, aber darüber später… Es ist interessant, was man alles erfährt, wenn man in diese Ecke zieht und aktiv die Gegend erkundet. Und das, obwohl man seit seiner Kindheit in diese Ecke fährt und die Region erwandert.

Ich lerne seit einigen Wochen, „meine“ Region aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und zu betrachten. Mit den Menschen aus der Region in Kontakt zu treten und sich dafür zu interessieren, was sie machen, wie sie leben und wie sie zu Begegnungen und Aktionen mit den Mitmenschen stehen und was ihnen fehlt in Bezug auf die Menschen aus dem Nachbarland – das ist mein tägliches Brot.

Eins ist sicher – es gibt immer noch etwas Neues zu entdecken – also zurück zu Silva Gabreta. Ein Begriff, der mich bei meiner Recherche zum Literaturfestival „Šumava Litera“ führte. Ein Festival, das zwar grenzübergreifend ist, aber gleich auf der Webseite fällt auf, dass es doch populärer auf der tschechischen Seite ist. Vielleicht ein verstecktes Potenzial und eine Chance für „Ein Jahr an der Grenze“? Auf meine Anfrage per E-Mail bekomme ich keine Antwort.

Glücklicherweise gibt es in Pilsen eine „Festival-Kostprobe“,  und so nutze ich die Gelegenheit, dabei zu sein und Kontakte zu knüpfen. Mein Vorhaben gelingt mir – ich treffe bei dieser bereichernden Veranstaltung auf Martin Sichinger, der nicht nur ein erfolgreicher Schrifsteller aus dem Böhmerwald ist, sondern auch einer der Organisatoren des Festivals.

Seine Aussage „diese Veranstaltung hat sich schon deshalb gelohnt, weil wir Sie hier kennengelernt haben“ freut mich. Es ist nämlich eine meiner Aufgaben – Menschen zu treffen, mit ihnen Kontakt aufzunehmen und eine Zusammenarbeit anzuknüpfen. In diesem Fall hört sich alles vielversprechend an und ich verlasse meine Heimatstadt mit einem guten Gefühl und kehre wieder zurück in „die Wildnis“ der beiden Nationalparks.

martina engelmaierová

 

© 2022 Ein Jahr an der Grenze - Ein Programm des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds

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