Die deutsch-tschechische Grenzregion ist in den letzten vier Jahren lebendiger geworden. Die Enthusiastinnen und Enthusiasten in unserem Programm „Ein Jahr an der Grenze“ haben dort zahlreiche neue deutsch-tschechische Partnerschaften initiiert, Veranstaltungen auf die Beine gestellt und uns gezeigt, dass das Potenzial der Grenzregion voller Möglichkeiten steckt und es an neuen deutsch-tschechischen Geschichten nicht mangelt!
Liegt Ihnen die lebendige deutsch-tschechische Grenze am Herzen, wollen Sie die Menschen in Ihrer Umgebung vernetzen und inspirieren und haben Sie Lust, sich über ein Jahr lang voll darauf einzulassen und anschließend Ihre Erfahrungen weiterzugeben? Jetzt haben Sie die einmalige Gelegenheit dazu! Wir starten nämlich den fünften Jahrgang unseres Programms „Ein Jahr an der Grenze“.
Mit diesem Programm möchte der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds auch weiterhin aktiv dazu beitragen, dass die Grenze zwischen beiden Ländern nicht als Barriere wahrgenommen wird, sondern als Raum, in dem sich neue Perspektiven, Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Begegnungen und sogar Freundschaften eröffnen. Denjenigen, die gerne grenzüberschreitend aktiv sein möchten, dies aber bisher aus unterschiedlichsten Gründen nicht getan haben oder nicht tun konnten, möchten wir eine helfende Hand reichen und Inspiration bieten! Dafür suchen wir wieder motivierte, zweisprachige Enthusiasten, die in den deutsch-tschechischen Grenzregionen unterwegs sind und dort durch persönliche Ideen- und Kontaktvermittlung sowie Beratung vor Ort zur Stärkung des deutsch-tschechischen Miteinanders beitragen.
Das Programm wird auch diesmal wieder über 15 Monate ausgeschrieben: 12 Monate, um neue Akteure zu inspirieren und zu begleiten sowie 3 Monate zur Zusammenarbeit mit dem folgenden Jahrgang, um Kontakte, Erfahrungen und Aufgaben reibungslos zu übergeben.
Zur Mitwirkung an diesem Programm suchen wir
Enthusiasten und Macher (w/m/d) aus der deutsch-tschechischen Grenzregion
Dauer des Programms: April 2026 – Juni 2027
20 Stunden / Woche
Ziele des Programms:
Entdecken, Nutzen und Vertiefen der Potenziale für Begegnungen, Zusammenarbeit und Partnerschaft in der Grenzregion
Ansprechen und Zusammenbringen neuer Akteure aus Zivilgesellschaft, Vereinen, Gemeinden und Kirchen von beiden Seiten der Grenze
Inspirieren und Ermutigen zu neuen Wegen und Formaten der Begegnung
Unterstützen von gemeinsamen grenznahen Treffen und Projektvorhaben
Worauf Sie sich freuen können:
eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit mit Raum für Kreativität und Weiterentwicklung
eigene Aktivitäten im Umfang 20 Stunden/Woche, Dauer 12 + 3 Monate
angemessene Bezahlung
interessante und inspirierende deutsch-tschechische Begegnungen
Mentoring und regelmäßige Evaluation
Übernahme von Telefon- und Fahrtkosten
Was Sie mitbringen sollten:
Enthusiasmus, Neugier und Lust, Menschen im Grenzgebiet zusammenzubringen
Interesse an deutsch-tschechischen Themen
Überblick über interessante (zivilgesellschaftliche) Aktivitäten im Grenzgebiet und gute Vernetzung
Eigeninitiative und Flexibilität
Verlässlichkeit
Sprachkenntnisse CZ/DE
sehr gute Kommunikationsfähigkeit und offenes Auftreten
Wohnort in der deutsch-tschechischen Grenzregion
Führerschein Klasse B, eigener PKW sowie Bereitschaft zum Reisen
Wir freuen uns über alle Bewerberinnen und Bewerber, die sich mit Enthusiasmus und Neugier für eine lebendige deutsch-tschechische Grenzregion engagieren möchten. Vorerfahrungen in der deutsch-tschechischen Projekttätigkeit sind keine Bedingung.
Im Rahmen des Programms „Ein Jahr an der Grenze“ werden Sie nicht selbst Projektaktivitäten durchführen, sondern interessierte Akteure von beiden Seiten der Grenze inspirieren, zusammenbringen und bei gemeinsamen Aktivitäten unterstützen. Bitte legen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen eine Skizze bei (max. 2 Seiten), in der Sie an zwei Beispielen beschreiben, wie Sie die potentiellen Akteure ausfindig machen und ansprechen würden.
Das Jahr an der Grenze eröffnet Ihnen darüber hinaus Chancen zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Mit Ihren lokalen Kenntnissen und Netzwerken können Sie Ihre Perspektiven sowohl geographisch als auch inhaltlich erweitern – und sich so für weitere zukünftige Tätigkeiten in deutsch-tschechischen Initiativen und Organisationen qualifizieren.
Bitte schicken Sie alle erforderlichen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Skizze, Lebenslauf, Nachweis der Sprachkenntnisse) per E-Mail bis zum 28. 2. 2026 an Helena Vaňková (job@fb.cz), die auch Ihre eventuellen Fragen gern beantwortet.
Ja, es scheint, als wäre es gestern gewesen, als wir uns zum ersten Mal beim Fonds getroffen und einander vorgestellt haben. In Wirklichkeit haben wir aber schon die Hälfte unserer „Amtszeit“ hinter uns.
Ja, es ist Zeit, innezuhalten.
Die Räumlichkeiten des Fonds haben wir diesmal gegen einen Ort direkt im Gelände eingetauscht: Wir haben uns mitten im Erzgebirge getroffen, wo der Krušnohorský poutník (Erzgebirgswanderer) zu unserem Refugium geworden ist. Das rekonstruierte Gebäude einer einstigen Fischfabrik bietet nun Raum für deutsch-tschechische Aktivitäten, Unterkünfte, Begegnungsveranstaltungen oder Jugendprojekte. Einen besseren Ort für unser Treffen hätten uns nicht wünschen können.
Auch Zeit hatten wir diesmal mehr – statt des eintägigen Treffens fand eine zweitägige Veranstaltung statt, also ran an die Arbeit!
Der Donnerstag war praktischen Angelegenheiten, Formalitäten und dem gegenseitigen Austausch gewidmet. Und er bot auch Raum für Rückblicke und Zukunftsplanung. Durch das Treffen begleiteten uns wieder Martin und Stefan, die das Programm „Ein Jahr an der Grenze“ von Anfang an betreuen.
Vielen Dank, meine Herren, für die Einblicke, für die Unterstützung und die Empfehlungen.
Am Freitag erwartete uns dann ein Treffen mit der Geschäftsführung des Fonds. Petra Ernstberger und Tomáš Jelínek machen aus ihrem Interesse am Geschehen in der Grenzregion keinen Hehl und ließen sich daher die Zusammenfassung unserer dreimonatigen Tätigkeit auch diesmal nicht entgehen. Begeistert berichteten wir, was wo stattgefunden hat, was in Vorbereitung ist und was wir planen.
Der Erfahrungsaustausch ist immer sehr interessant und kann zur Bereicherung aller Beteiligten beitragen. Zudem erwartete uns eine Überraschung: Die Bürgermeisterin von Vejprty (Weipert), Jitka Gavdunová, die zum Thema deutsch-tschechische Beziehungen und Zusammenarbeit definitiv etwas zu sagen hat, hatte unsere Einladung angenommen und war bei dem Treffen dabei. Interessiert lauschten wir Geschichten über den Bau eines Auto-Grenzübergangs, über gemeinsames deutsch-tschechisches Weihnachtsbaumschmücken und über den einzigen Marktplatz der Welt, der durch die Staatsgrenze in eine deutsche und eine tschechische Hälfte geteilt ist.
Das Treffen von uns an der deutsch-tschechischen Grenze tätigen Enthusiasten war sehr bereichernd und kreativ. Wir hatten Gelegenheit, uns besser kennenzulernen und die Spezifika der einzelnen Regionen besser zu verstehen.
Vielen Dank, Petra und Tomáš, für diese Gelegenheit, für eure Unterstützung und das Interesse an unseren Aktivitäten im Grenzgebiet.
Zum Schluss möchten wir noch zu einigen vorweihnachtlichen Veranstaltungen in der Grenzregion einladen, die definitiv einen Besuch wert sind. Wir sehen uns dann an der Grenze!
Haus der deutsch-tschechischen Verständigung (Dům česko-německého porozumění), Československé armády 24, Jablonec nad Nisou – Rýnovice
Treff für alle Menschen guten Willens, Kunstworkshops und kleiner Handwerks-Engelsmarkt, Glühwein, Würstchengrillen, feierliches Entzünden der Lichter am Rýnovicer Weihnachtsbaum inklusive Überraschung
Kommen Sie vorbei, um auf Englisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Französisch oder Tschechisch zu plaudern. | Eintritt fakultativ.
Do | 11.12. | 17:00–20:00 Uhr Tschechisch-bayerischer Stammtisch, diesmal zum Thema Weihnachten
Restaurant U Grobiána, Lenora 12, Bezirk Prachatice
Erleben Sie einen außergewöhnlichen Abend, an dem sich Bayern und Böhmen begegnen! Freuen können Sie sich auf angenehme Gespräche, interessante Begegnungen und eine festliche Atmosphäre. Dieses Mal verbinden wir den gegenseitigen Austausch mit einem Blick auf die Weihnachtsbräuche beider Regionen. Bitte bringen Sie etwas mit, das typisch für Ihr bayerisches oder böhmisches Weihnachten ist – ein kurzes Beispiel für Ihre Traditionen, Erzählungen über Bräuche, eine Kostprobe von Weihnachtsgebäck oder etwas anderes typisch Weihnachtliches.
Veranstalter: Jana Kadlecová, Tel. +420 603 967583
MO | 15.12. | 15:30 Uhr Kommet, ihr Hirten
Konzertsaal Kulturhaus (Dům kultury) Teplice, Mírové náměstí 2950, Teplice
Traditionelles Nachmittagsprogramm mit dem Chor Pramínek und seinen Gästen.
„Stammtisch“ (oder štamtiš) ist ein Begriff, der in beiden Sprachen verwendet wird – für einen Tisch in einer Kneipe oder in einem Restaurant, an dem sich Einheimische regelmäßig als Stammgäste (oder štamgasti) mit ihren Freunden treffen. Für viele ein gängiges, auf der tschechischen Seite der Grenze jedoch, wie sich herausstellte, eher unbekanntes Wort. Es war daher Zeit, diesen Begriff nicht nur theoretisch zu erläutern, sondern seine Bedeutung auch in der Praxis erlebbar zu machen.
Nachdem ich mir Rat geholt und andere EMs (Kolleginnen und Kollegen aus dem Programm „Ein Jahr an der Grenze“) zu ihren Erfahrungen mit der Organisation und dem Besuch von Stammtischen befragt hatte, schrieb ich einen Termin für den ersten tschechisch-bayerischen Stammtisch bei uns an der Grenze aus. Dabei ging mir ein Gedanke durch den Kopf, den wohl jeder Event-Veranstalter kennt: Wird überhaupt jemand kommen? Wird die neue Idee wirklich jemanden ansprechen? Ich ließ mich jedoch nicht entmutigen, schließlich hat jeder mal angefangen, und schickte die Einladung in die Welt hinaus. Mit der Vorstellung, dass wir uns einfach treffen würden, vielleicht ja auch nur zu zweit – ich und mein Freund Hans, an den ich mich mit der Idee gewandt hatte. Wie groß war jedoch unsere Überraschung, als 28 Personen erschienen! Ein solches Interesse hatte keiner von uns erwartet.
Seitdem haben bereits zwei Treffen stattgefunden. Wieder sehr gut besucht. Wir begrüßten uns in der Tür schon wie alte Bekannte und die Atmosphäre war wirklich sehr herzlich. Zusammen mit den Teilnehmern haben wir verabredet, dass die Treffen alle zwei Monate stattfinden und wir uns jeweils auf ein bestimmtes Thema konzentrieren werden. Ideen, wie wir unsere tschechisch-bayerischen Treffen abwechslungsreich gestalten könnten, gibt es mehr als genug – von Singen über gemeinsame Ausflüge, ein regelmäßiges Sprachmodul mit Tschechischunterricht bis hin zu Vorträgen mit interessanten Gästen. Und auch die Veranstaltungsorte wechseln wir – nach Philippsreut und Strážný sehen wir uns nächstes Mal in Haidmühle.
Herzlich eingeladen sind alle, die Lust haben, sich zu treffen und neue Leute kennenzulernen, alle, die sich für die deutsch-tschechische Zusammenarbeit, die Sprache unserer Nachbarn, für Geschichte, Kultur, Menschen und ihre Gepflogenheiten interessieren. Das nächste Mal ist schon am 16. Oktober ab 17 Uhr im Restaurant Strohmaier in Haidmühle!
Hand in Hand damit ging auch die Gründung einer neuen WhatsApp-Gruppe: „Překročení hranice / Grenzüberschreiter“. Sie richtet sich an alle, die über das Geschehen in unserer schönen Grenzregion zwischen Niederbayern und Südböhmen, insbesondere im Umkreis des Grenzübergangs Strážný / Philippsreut, auf dem Laufenden bleiben möchten. Ob kulturelle Veranstaltungen, Konzerte, Festivals, Märkte, Sportveranstaltungen, Ausflugstipps oder grenzüberschreitende Begegnungen – wir tauschen uns aus, fragen, empfehlen und entdecken die verborgenen Schätze der Grenzregion.
Wer sich von dem, was sich bei uns im Süden der tschechisch-deutschen Grenze tut, zumindest ein bisschen angesprochen fühlt und Teil dieser Gemeinschaft sein möchte, kann sich gern bei mir melden. Nicht nur ich freue mich auf euch, sondern auch die gesamte bayerisch-tschechische Familie, die von Tag zu Tag wächst.
Für die deutsch-tschechischen Beziehungen interessiere mich seitdem ich am Gymnasium war. Ein Jahr vor meinem Abitur nahm ich am Projekt Gastschuljahr des EUREGIOs Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn teil und verbrachte fast ein ganzes Schuljahr am Comenius Gymnasium in Deggendorf. Diese Erfahrung wurde zu einem wichtigen Meilenstein in meinem weiteren beruflichen Leben. Zuerst wurde ich dadurch bei der Studiengangwahl beeinflusst. Die Deutsch-tschechischen Studien, die ich teils an der Karlsuniversität in Prag und teils an der Universität Regensburg absolviert habe, boten mir den Einblick in die deutsch-tschechischen Beziehungen in Theorie und Praxis. Seitdem ist das Thema in meinem Leben ständig präsent.
Bereits während meines Studiums fühlte ich mich von regionalen Projekten und Partnerschaften sehr angesprochen. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich in einer Grenzregion geboren bin und zur Zeit dort auch lebe – in der malerischen Stadt Sušice.
Zahlreiche Einwohner dieser Region sind immer noch von den Geschichten ihrer Vorfahrten über den Zweiten Weltkrieg beeinflusst, genauso wie auf der deutschen Seite das Thema der Vertreibung immer wieder aufgegriffen wird. Deswegen ist es wichtig, die Kontaktknüpfung zwischen Leuten von beiden Seiten der Grenze zu unterstützen, dass sie mögliche Stereotype überwinden und neue Freundschaften schließen können.
mein „Revier“
Und darum genau geht’s im Projekt Ein Jahr an der Grenze, in dem ich seit September dieses Jahres tätig bin. Ich habe vor, teilweise an die Arbeit meiner Vorgänger*Innen anzuknüpfen, und gleichzeitig habe ich viele eigenen Ideen für potenzielle zukünftige Partnerschaften. Vor allem möchte ich meine Zeit und Energie solchen Vereinen und Organisationen widmen, die sich mit Böhmerwald zusammenhängenden Tätigkeiten beschäftigen – z. B. mit traditionellem Handwerk, Ausflügen in die Natur, Skifahren usw. Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Projekt mitwirken darf und hoffe, dass ich Vieles beitragen kann. 😊
Kontakte zu offiziellen Stellen, wie Behörden aufzubauen, ist nicht gerade eine einfache Angelegenheit. Schuld sind oft begrenzte Kapazitäten und unterschiedliche Interessen der Akteure.
Umso mehr hat mich die zeitnahe Antwort und eine Einladung von Frau Urmann, der Bürgermeisterin von Neureichenau, gefreut. Die Bürgermeisterin hat mich nach Neureichenau eingeladen, um sich gemeinsam über die deutsch-tschechische Beziehungen auszutauschen. Sie würde gerne Kontakte nach Tschechien aufbauen, sowohl auf politischer als auch auf kultureller Ebene. Als Partner auf der tschechischen Seite wäre die Stadt Horní Planá gewünscht, da die ehemaligen Bürgermeister bereits in Kontakt waren, dieser jedoch durch die Corona-Pandemie unterbrochen wurde.
Ein paar Wochen später erreichte ich den Bürgermeister von Horní Planá, Herrn Šimák. Er zeigte sich sehr interessiert an der Anfrage und lud mich ein, ihn in Horní Planá zu besuchen. Gemeinsam sprachen wir über deutsch-tschechische Beziehungen und Möglichkeiten, wie man gemeinsam in Kontakt treten könnte.
Eineinhalb Monate später – am 18.4.2023 treffen sich die beiden Bürgermeister und ihre Stellvertreter erstmals in Neureichenau.
Bei diesem freundschaftlichen Treffen ging es um das erste Kennenlernen, um die Vorstellungen der beiden Gemeinden und um die Suche nach gemeinsamen Anknüpfungspunkten für die Zusammenarbeit. Gemeinsame Themen gibt es viele: Adalbert Stifter (und die Zusammenarbeit der beiden Museen), kulturelle Veranstaltungen, wie die Kulturtage, das Bierfest oder Traktorenrennen, gemeinsame Schritte im Bereich Tourismus und Austausch zu Themen wie Energieversorgung, Schulwesen und Vieles mehr.
Ich durfte beim Treffen die Rolle der Dolmetscherin übernehmen und somit die Sprachbarriere durchbrechen. Ein schönes Beispiel dafür, dass diese Barriere bei einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sehr leicht zu umgehen ist. Entscheidend bei einer Zusammenarbeit ist der Wille, etwas Grenzüberschreitendes zu tun und gegenseitige Sympathien. Das nächste Treffen findet demnächst in Horní Planá statt.
Ich wünsche dieser Zusammenarbeit nur das Beste für die Zukunft und hoffe, dass sie für weitere interessierte Akteure ein schönes Beispiel darstellen wird 😊
Erstes Kennenlernen von Frau Bürgermeisterin Urmann (2.v.l.) mit Herrn Bürgermeister Šimák (1.v.l.) und seinem Stellvertreter Herrn Ščevík (3.v.l.) am 18.4.2023 in Neureichenau.
Sára Špeciánová
Wir sind durch den Böhmerwald miteinander verbunden und manchmal kommen wir nicht umhin, mit denselben Personen zu kommunizieren. Wir freuen uns immer, wenn wir uns treffen und unsere Erfahrungen und Eindrücke austauschen können. Deshalb sind wir beide der Einladung zum 8. Jahrgang des Literaturfestivals „Šumava Litera“ gefolgt, das vom 14. bis 19. November 2022 in Vimperk stattfand.
Wir haben beide schon die Akteure des Festivals getroffen – Martina bei einer Autorenlesung in Pilsen und Sara bei einer Vorlesung in Ludwigsthal, Bayern. Am meisten freuten wir uns jedoch auf das Hauptereignis, die Festivalwoche in Vimperk.
Im Rahmen des Festivals werden Bücher ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr erschienen sind und einen Bezug zum Böhmerwald haben. Preise werden in den Kategorien „Belletristik und Poesie“, „Beliebte pädagogische Veröffentlichungen“, „Künstlerische Veröffentlichungen“, „Die beste deutschsprachige Publikation zum Böhmerwald“ und „Šumava-Litera-Preis“ für den Beitrag zur deutsch-österreich-tschechischen Zusammenarbeit vergeben. Die Jury entscheidet auch über den Preis in der Kategorie „Preis Böhmerwald virtuell“ und wählt den Autor aus, der in die „Ruhmeshalle“ aufgenommen wird, während die Leserinnen und Leser selbst über den „Böhmerwalder-Echo-Preis“ entscheiden können.
Weitere Informationen zu den einzelnen Preisen und den ausgezeichneten Büchern sind auf der Website von Šumava Litera zu finden.
Das eigentliche Festivalfinale beginnt am Freitagabend mit der Eröffnung der Vernissage und einer spannenden Talkshow mit Václava Jandečková. Wenn Sie noch nichts von der Operation „Kámen“ gehört haben, können wir den Comic, die Theateraufführung oder sogar die Ausstellung an tschechischen und deutschen Schulen empfehlen.
Am Samstag kann man auf dem Festival ab Vormittag verschiedene Ausstellungen und Buchvorstellungen und tagsüber auch den Büchermarkt besuchen. Die Preisverleihung ist dann der Höhepunkt des Galaabends. Und das mit aller Eleganz – eine festlich geschmückte Bühne, ein professioneller Moderator, musikalische Begleitung und das Wichtigste – die Präsentation der Nominierungen und die Preisverleihung. Nach dem offiziellen Teil gibt es eine kleine Erfrischung und einen Raum für gemeinsame Gespräche. Wir sind absolut begeistert, so viele interessante und nette Menschen an einem Ort zu haben! Das Festival hat unsere Erwartungen völlig übertroffen.
Wie man aus dem Festivalprogramm und den begleitenden Veranstaltungen ersehen kann, bemühen sich die Organisatoren um die Einbeziehung deutsch-tschechischer Themen in das Programm und um die Zusammenarbeit mit Vereinen und Organisationen sowohl auf bayerischer als auch auf österreichischer Seite. Und auch hier zeigt sich, dass der Böhmerwald ein Verbindungselement und ein gemeinsames Thema und Interesse für die Menschen auf allen drei Seiten der Grenze ist.
Wenn Sie sich für das Festival interessieren, haben wir gute Nachrichten für Sie! Der nächste Jahrgang findet Mitte November in Vimperk statt, aber die Sommerversion des Festivals wird bereits in Freyung im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung stattfinden.
Wenn Sie an dem Festival Interesse haben oder Sie sogar ein interessantes Buch mit einem Böhmerwald-Thema geschrieben haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns oder die Organisatoren des Šumava Litera Festivals direkt kontaktieren würden.
Wir nennen uns im Rahmen des Programms Macher*innen und Enthusiast*innen, aber die deutsch-tschechische Zusammenarbeit und Begegnungen könnten insgesamt nicht ohne solche Menschen existieren und lebendig bleiben. Damit meine ich nicht uns im Rahmen des Programms, sondern Menschen, die sich bereits seit Jahren und Jahrzehnten engagieren und an der eigenen Kultur sowie an der des Nachbarlandes interessiert sind, die ihr Wissen und ihre Begeisterung gerne mit anderen teilen und sie dadurch inspirieren. Und genau so einen Enthusiasten wollen wir hier heute vorstellen.
So erlebten wir Anfang September ein energievolles und bereicherndes Treffen mit Herbert Pöhnl. Schon einige Male ist es uns passiert, dass jemand von bestimmten Personen spricht – was sie alles tun, wie aktiv sie sind, man trifft sie aber nicht und der Kontakt ist auch manchmal schwer zu finden. So ging es uns auch mit Herbert und seinem guten Freund Edmund.
Und dann kommt plötzlich der Moment, in dem es passiert – die Wege kreuzen sich. Sára ruft mich an und sagt, dass wir den Kontakt zu Herbert Pöhnl haben und dass er sich mit uns beiden treffen möchte. Definitiv sinnvoll – er ist mit dem Bayerischen Wald verbunden, genau wie wir zwei durch unsere beiden Regionen.
An einem sonnigen Tag ging es also in ein Café nach Regen. Als erstes erzählt uns Herbert, wie er die ersten Male nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Tschechien fuhr. Danach stellte er sich die Frage „Wie begegnest du überhaupt deinen tschechischen Nachbarn?!“ Es war alles andere als Wertschätzung, die er empfand, deswegen fing er neu an und ab dem Moment interessierte er sich – für alles, aber hauptsächlich für die deutsch-tschechische Beziehungen. Und daraus entstanden seine Projekte, über die er weitererzählte, u.a. über eine Ausstellung im Rahmen von Setkání – Begegnungen, die demnächst von Všeruby nach Lauf an der Pegnitz wandert. Als wir ihn fragten, wie er alles organisiert und finanziert – größtenteils allein, mit Bekannten und Freunden und wo er die Bilder für Ausstellungen druckt? Bei sich zuhause im Keller – das nennt man Enthusiasmus!
Was erwartet er von uns? Inspiration, Austausch und auch, dass er von uns über verschiedene deutsch-tschechische Veranstaltungen und Begegnungen auf dem Laufenden gehalten wird, damit er neue Eindrücke für künftige Projekte gewinnen und fotografisch festhalten kann. Er wünscht sich auch jemanden, der ihn journalistisch unterstützen könnte. Mit seinen über 70 Jahren teilt er sich die Aufgaben in seinen Projekten gerne auf und gibt somit anderen die Chance, viel von ihm zu lernen und im regen Austausch zu sein. Pläne hat dieser bildende Künstler auf jeden Fall mindestens für die nächsten 70 Jahre.
Die Gedanken schwirren uns nach dem Treffen durch die Köpfe. So enthusiastisch und energievoll wollen wir in 40 Jahren auch noch sein!
Die Ausstellung Lipno – ein Spiegel der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist bis Ende September auf dem Platz in Horní Plané zu sehen.
BLOG Nr. 7
Der erste Auftrag klang klar: Verschaffe Dir einen Überblick über die deutsch-tschechische Zusammenarbeit in Deiner Region.
Stand: Im Prozess (vermutlich noch lange)
Wie findet man eigentlich diese Kontakte? Und wie verschafft man sich einen solchen „Überblick“ oder etwas, das zumindest entfernt daran erinnert?
Ich denke, wir alle haben uns auf das Projekt „Ein Jahr an der Grenze“ eingelassen, weil wir eine Fülle von Ideen im Kopf haben, wie wir die deutsch-tschechische Zusammenarbeit bereichern können. Einige davon sind leicht umzusetzen, wenn man die richtigen Kontakte hat, während andere fast idealistisch sind.
Kontakte, Kontakte, Kontakte, Kontakte – gibt es in diesem Projekt noch etwas anderes als nur Kontakte?
Ja! Es geht darum, die Kontakte miteinander zu verknüpfen (da ist es wieder, dieses Wort).
Wie also anfangen… man schreibt seinen Freunden und Bekannten, die sich in dieser Region bewegen, oder ruft sie an und vereinbart ein Treffen mit ihnen. Manche reagieren, bei anderen hakt man ein paar Mal nach, manche reagieren auch dann nicht. Doch jedes Treffen, ob virtuell oder real, führt zu neuen Kontakten und neuen Ideen. In der nächsten Phase kontaktieren Sie dann Freunde von Freunden und Bekannte von Bekannten, um weitere Anregungen und – was sonst – mehr Kontakte bei neuen Treffen zu bekommen. Und dann googelt man und googelt und googelt …. Kate sagte nämlich, dass es da und da einen Verein xy gibt, aber sie war sich nicht sicher, wie er genau heißt. Man setzt sich also hin und sucht und findet. Man findet den Verein xx, dann den Verein xz und so weiter …. Und nach weiteren zwei Stunden schließlich den Verein xy. Auch wenn es nicht so aussieht, waren diese zwei Stunden Zeit gut investiert, denn man hat auch Dinge gefunden, nach denen man zwar nicht gesucht hat, die aber genau zu dem passen, was man eigentlich braucht.
Und genau so findet man nicht nur Vereine, Verbände, Institutionen, Menschen, sondern auch Veranstaltungen. Zum Beispiel die in Horní Plané, an der ich letzte Woche teilgenommen habe und die mich wieder einmal daran erinnert hat, dass das Kontakteknüpfen auch ein angenehmes gesellschaftliches Ereignis sein kann. Und in diesem Sommer wird es viele solcher Veranstaltungen geben, also scheuen Sie sich nicht, eine davon zu besuchen.
Und wie sieht es also mit dem anfangs erwähnten Überblick aus? Der ist diesem Prozess, bei dem man immer wieder neue Dinge entdeckt, neue und neue Informationen, neue und neue Kontakte… Und diese schreibt man in seine Tabelle, die am Anfang absolut keinen Sinn machte, aber jetzt immer übersichtlicher wird und bestimmte Dinge fangen an, sich miteinander zu verbinden und es liegt nur an einem selbst, auch einzelne Kontakte zu verknüpfen.