Es ist kalt, sogar eiskalt an diesem Januarmorgen. Aber auch zweistellige Minustemperaturen können einen EMA (Entusiasten und Macher – so nennen wir intern die Projektmitarbeitenden) nicht von einer Reise in die Region abhalten. Und so habe ich mit unserem Koordinator Florian Kirchengemeinden in der Umgebung von Zittau besucht. Wir konnten auch die herzliche Atmosphäre im Jugendtreff in Großschönau erleben und am folgenden Tag an einem Treffen in der Bibliothek in Liberec teilnehmen.
Die Arbeit im Programm „Ein Jahr an der Grenze“ ist generell sehr vielfältig. Neben Recherche, dem Entwickeln von Ideen und der Dokumentation der Fortschritte liegt der Schwerpunkt natürlich in den Gesprächen mit den Menschen an der Grenze. Wie so ein typischer Tag aussehen kann, möchte ich folgend exemplarisch vorstellen.
Unterwegs zwischen Gesprächen, Ideen und Begegnungen
Am 29. Mai findet tschechienweit wieder die „Nacht der Kirchen“ („Noc kostelů“) statt. Deswegen war ich der Reihe nach zu Besuch bei den evangelischen Pfarrämtern in Olbersdorf, Dittelsdorf und Hainewalde. In den Gesprächen vor Ort habe ich die Idee diskutiert, die eigentlich tschechische Aktion „Nacht der Kirchen“ einerseits um die deutschen Kirchgemeinden zu erweitern, und darüber hinaus sich mit Musikgruppen an der Aktion in Tschechien zu beteiligen. Weitere Gespräche werden natürlich folgen, um eine mögliche konkrete Zusammenarbeit zu klären.
Anschließend war ich im Jugendtreff im Bahnhof von Großschönau. Mit dem Leiter Ulf Bach habe ich mich ausgetauscht, um eine mögliche Kooperation mit einem tschechischen Partner zu besprechen und auszuloten, welcher Partner zum Jugendtreff passen könnte. Herr Bach hat mir dabei seine Arbeit, die Jugendlichen und die Möglichkeiten im Jugendtreff vorgestellt. Im Nachgang habe ich mit Frau Vlčková, der Leiterin der Einrichtung Rodina v centru aus Nový Bor, gesprochen. Sie möchte der Einladung von Herrn Bach folgen und bald für ein persönliches Treffen in Großschönau kommen, um konkrete gemeinsame Veranstaltungen und Projekte zu vereinbaren. Hier deutet sich also eine Partnerschaft zwischen Deutschland und Tschechien an.
Vernetzen, dokumentieren, weiterdenken
Am nächsten Morgen konnte ich dann in der Wissenschaftlichen Bezirksbibliothek in Liberec ein Gespräch mit der Direktorin Frau Petrýdesová führen. Wir haben uns über Projektideen zur Zusammenarbeit mit deutschen Partnern ausgetauscht. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern entstanden verschiedene Vorschläge, die in den nächsten Wochen und Monaten konkretisiert werden sollen. Danach kommt dann die Zeit, potentiellen deutschen Partnern konkrete Vorschläge für eine Zusammenarbeit zu unterbreiten. Diesen Prozess werde ich begleiten und mitgestalten.
Anschließend an die persönlichen Treffen sind Dokumentation und Nachverfolgung notwendig, um aus den vielen positiven Eindrücken und Ideen am Ende konkrete Aktionen wachsen zu lassen. Und so werden bis zum Sommer hin viele weitere solche Tage folgen in meinem Weg im „Jahr an der Grenze“.